Hello! Bevor ich gleich mit meinen Erfahrungen und Tipps zur Beikost loslege, muss ich euch noch schnell erzählen was, sich bei uns seit dem letzten Blogbeitrag getan hat …

Nicolas‘ Geburt liegt bereits fast fünf Monate zurück, wir sind ein eingespieltes Team und das Projekt ‚drei Kinder‘ funktioniert bis jetzt recht gut. Ok, es gibt Tage an denen ich keine fünf Minuten für mich hab. Tage an denen mich mein Mann abends heulend zwischen zehn Kilo Wäsche vorfindet. Tage an denen ich einschlafe, ohne die Füße ins Bett zu heben und Tage, an denen ich mich vor den Kindern im Bad verstecke, sie anschreie und mich fünf Minuten später dafür entschuldige. Da bin ich manchmal echt ziemlich am Ende oder wie es mein Lieblings-Hashtag mehr als treffend beschreiben würde: #lebenamlimit.

Gleichzeitig bin ich aber auch unendlich glücklich. Glücklich und dankbar, weil ich SO viel mehr habe als Augenringe und Unkraut im Garten. Drei Kinder, die mir soviel zurückgeben, mich zu einer coolen Jungsmama und einer besseren Version meiner Selbst machen.

Immer alles schaffen zu wollen und nebenbei noch 100% Mama abzugeben ist nicht gscheit und auch völlig unmöglich. Erst gestern hatte ich einen sehr ambitionierten Plan, der die Wäsche, einige Telefonate, die Kaffeemaschine entkalken, einen Blogbeitrag tippen, passende Fotos für den Beitrag knipsen, und vieles mehr enthielt.
Nicolas war jedoch nicht nach schlafen – nein, eher mehr nach rumtragen und weinen zumute. Ich schmiss meinen Plan (wie so oft) über Board. Stattdessen kuschelte ich mich zu ihm, legte meinen Zeigefinger in seine kleine Hand, lauschte seinem ruhigen Atem und verjagte alle „Ich sollte jetzt eigentlich…“ – Gedanken und tauschte sie gegen „Nutze diese wenigen, besonderen Momente mit deinem Baby“- Gedanken. Nach einer halben Stunde schlief er friedlich ein. Ich stand auf, füllte meine Lieblingstasse mit starkem Kaffee (der trotz verkalkter Maschine bestens schmeckte), machte einen der vielen Anrufe und schrieb ein Mail (ganz entspannt von der Gartenliege aus). 

Ich erzähl euch das deshalb, weil uns in Zeiten wie diesen in sozialen Netzwerken und Medien ständig das perfekte Leben vorgegaukelt wird, das SO bestimmt nirgends stattfindet.

Stichwort Soziale Medien: Leider kommt mein Blog derzeit etwas zu kurz. Nein, er ist in den letzten Wochen total von meiner Bildfläche verschwunden. Neben meiner täglichen Arbeit als Mama, Ehefrau und Hausfrau hab ich vor einiger Zeit beschlossen, in der minimalen Freizeit, die ich für mich habe/die ich mir erkämpfe nur das zu machen, was mir in dem Moment gut tut. Meistens spaziere ich (wenn die wilde Horde im Bett ist) durch meinen Garten, zupfe (freiwillig) Unkraut, schaue mir den Sonnenuntergang an und höre gute Musik. Seit kurzem geh ich auch regelmäßig zum Sport und powere mich (auch freiwillig) richtig aus – es tut so gut, den eigenen Körper zu spüren und das nicht nur, weil ein Kind auf einem oben hängt. Mich nach einem langen Tag in mein dunkles Büro zu setzen, hunderte Updates am PC zu installieren und für den Blog zu schreiben, nur damit eben jede Woche ein neuer Beitrag erscheint, gehört gerade definitiv nicht zu meinen Prioritäten. Lieber mag ich es, wenn ihr mir zu diversen Fotos oder Stories Fragen und Anregungen schickt und ich den nächsten Beitrag genau auf eure Wünsche zuschneiden kann. So wie diesen hier … 

Zum Thema Beikost haben mich einige Fragen erreicht, die ich euch jetzt endlich ausführlich beantworten kann. Nicolas wird am 5.Juni fünf Monate alt und hat vor einigen Tagen zum ersten Mal Brei bekommen. Oh yeah. Wie schon in meiner Instagram-Story erwähnt, hab ich ihn selten so zufrieden erlebt. Weil der Kinderarzt letzte Woche so enthusiastisch meinte: „So wie der schon beinand is, könnts jederzeit mit Essen starten!“ und er bereits Appetit auf mehr zeigte, starteten wir drauf los. Ich bin da schon etwas gelassener und achte auf mein Bauchgefühl, beobachte meine Kinder sehr genau und entscheide dann ob wir für etwas bereit sind oder eben nicht.

An folgenden fünf Anzeichen könnt ihr erkennen, ob euer Baby beikostreif ist:

  1. Das Baby kann seinen Kopf alleine halten.
  2. Es sitzt mit leichter Unterstützung aufrecht, es kann auch angelehnt auf dem Schoß sitzen.
  3. Es interessiert sich für die Nahrungsaufnahme anderer Familienmitglieder und macht Kaubewegungen.
  4. Es ist in der Lage, Essen mit der Hand aufzunehmen und zum Mund zu führen.
  5. Der Zungenstreckreflex, mit dem feste Nahrung wieder aus dem Mund gestoßen wird, ist nicht mehr oder wenig vorhanden.

Nicht nervös machen lassen! Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, beim ersten Schritt genauso wie beim ersten Bissen. Es gibt Babys, die schon mit wenigen Monaten der Familie ganz fasziniert beim Essen zusehen und gierig den Mund aufreissen, wenn sie einen Löffel sehen. Und es gibt die Babys, die viel länger brauchen, bis sie bereit sind und deswegen auch nicht verhungern müssen.

Über eine „neue Form“ der Beikosteinführung (was es ständig alles Neues gibt) musste ich mich vorher unbedingt noch informieren. Ich finde die Idee hinter Baby Lead Weaning (BLW) eigentlich gut und grundsätzlich auch nachvollziehbar, kann mir aber nicht vorstellen mein Kind ausschließlich mit Fingerfood zu ernähren. Anfangs ist es ein Schlecken an einem Paprika- oder Apfelstück, bis es irgendwann davon abbeißen kann. Durch die Art des BLW wird Babys ermöglicht, sich selbst ein Lebensmittel auszusuchen und zu essen, worauf sie Lust haben – und aufzuhören, wenn sie satt sind. Für mich gilt hier wie so oft: Die Mischung macht’s. Daher gibt es bei uns klassischen Baby-Brei und dazu Fingerfood wie Karottensticks, die während der Mahlzeit selbstständig ertastet, in den Mund gesteckt und ausprobiert werden können. HIER könnt ihr mehr zum Thema Baby Lead Weaning lesen.

Eines hab ich mir jedoch während der Schwangerschaft schon fest vorgenommen: Ich koche/dampfgare selbst. Mit meinem Dampfgarer, den ich bei Maxi und Xandi leider noch nicht hatte und meinem neuen Stabmixer-Set von Braun* (mit praktischen Gefrierbehälter) lässt sich der Brei einfach und schnell herstellen und auch kleinere Portionen gut vorkochen und einfrieren. 

Durch die eigene Zubereitung kann ich eine größere Vielfalt an (regionalen) Obst- und Gemüsesorten nutzen, als es mir die vorgefertigte Gläschen-Kost aus dem Regal bietet. Die Fette und Proteine wie Öle, Butter, Fleisch und Fisch, ergänze ich individuell und je nach Vorliebe von Nicolas. Wir sind am Montag mit Pastinake (aus dem Gläschen, weil leider in keinem Geschäft verfügbar) gestartet, ab morgen gibts einen leckeren Kartoffel dazu. Übers Wochenende möchten wir Karotten beimengen und ab nächster Woche den ersten Gemüse-Fleisch-Brei probieren. Zum Essen biete ich ihm immer einen Becher Wasser an, aus dem er (auch jetzt schon) ganz normal trinken darf. Danach bekommt Nicolas seine Flasche mit Pre-Nahrung, aus der er um die 150ml trinkt und danach (jetzt kommt meine tägliche Wundschvorstellung) sein Mittagsschläfchen hält. 

Die Rezepte aus den Büchern  „Babybrei selber machen“ und „Snacks,Baby!“ von Natalie Wiese kann ich euch übrigens sehr ans Herz legen. Ich hab sie auf meinem Tablet und blättere bereits jetzt schon gerne durch und hol mir Inspiration und Ideen für die kommende Beikost Zeit. 

Ihr habt noch Fragen? Ich freue mich auf eure Kommentare oder Nachrichten über das Kontaktformular.

Alles Liebe,

Sophie

 

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