Tragen. Waren es vor einigen Jahren nur ein paar „Ökos“, die Ihre Babys nah am Körper trugen, entdecken heute immer mehr Mütter und Väter, welche Vorteile es mit sich bringt. Das Angebot an diversen Tragen, Tragetüchern oder Ring Slings (dachte zuvor, das ist was zu essen) ist jedoch sehr groß und als Trage-Neuling, wie ich es bin, gestaltete es sich garnicht so einfach, die richtige Tragehilfe für mich und unser Baby zu finden. 

Trage oder Tragetuch?

Wir hatten damals bei Maxi ein bisschen Respekt vor einem Tragetuch und „der überaus komplizierten Bindetechnik“, wie sie uns eine Verkäuferin in einem Geschäft umschrieb. Na klar – es war ja auch ihr Ziel, mir eine viel teurere Babytrage plus zusätzlichem Neugeborenen Einsatz zu verkaufen und ich als neunzehnjährige Erstgebärende, ließ mir damals noch alles erzählen. Zugegeben, mit der Trage kamen wir damals auch ganz gut zurecht – jedoch erst nach einem halben Jahr. Die vielen abendlichen Stunden mit Bauchweh und Koliken, die die ersten drei Monate mit sich bringen, verbrachte Maxi in meinen Armen, hängend wie ein Koala bei meinem Mann im Fliegergriff (das sah so süß aus) oder zusammengekauert auf dem warmen Kirschkernkissen. Ich hatte damals einfach das Gefühl, die Trage würde nicht richtig sitzen und Maxi unterstützte meine Bedenken mit lautem, unzufriedenem Geschrei.
Das Tragetuch hatten wir zu diesem Zeitpunkt aufgrund unserer Unerfahrenheit (und der gefürchteten Worte der Verkäuferin) bereits abgeschrieben und so wurschtelten wir uns durch die ersten Wochen. 

Heute weiß ich: die meisten Babytragen sind konzipiert für Babys ab drei Monaten. Um den Eltern aber von Anfang an die Benutzung der Trage zu ermöglichen, bieten viele Hersteller den erwähnten Neugeborenen Einsatz an. Die Beinchen bleiben dabei vorerst noch in der Trage, schauen also an der Seite nicht heraus. Ich hab mir von einer langjährigen Trageberaterin erklären lassen, dass diese Variante nicht ganz optimal ist, da sich eine Trage niemals zu hundert Prozent an den Babykörper anpassen kann. Das Baby hat dabei zwar die typische Anhock-Spreiz-Haltung, die das orthopädisch korrekte Tragen voraussetzt, eine perfekte Stützwirkung für den Rücken ist hier jedoch nicht gegeben. Richtig gebunden ist das Tragetuch für Neugeborene also immer noch die perfekte Wahl, da es sich immer optimal dem Körper anpasst, egal wie groß, dick oder dünn das Baby ist. 

Deshalb nahm ich mir schon während der zweiten Schwangerschaft fest vor, dieses Mal alles richtig zu machen und eine Trageberaterin zu kontaktieren, um das Binden gemeinsam mit ihr zu lernen und so die Vorteile eines Tragetuches zu nutzen. Ich kann nicht erklären warum, aber Xandi war einfach kein Tragekind. Er fühlte sich auf Maxi’s Bauch oder eingepuckt in seinem geliebten Stubenwagen am wohlsten und signalisierte nie so ein starkes Bedürfnis nach Nähe wie Maxi es in seinen ersten Wochen tat. Der sehr warme Frühling und eine schmerzhafte Brustentzündung taten ihr Übriges und das Thema Tragetuch war auch dieses Mal vom Tisch. 

Umso mehr freue ich mich auf meine dritte Chance, denn eines kann ich euch heute schon sagen: SO gut vorbereitet war ich noch nie. Mein neues Tragetuch, das mir von Oh Spatz zur Verfügung gestellt wurde, liegt bereits im Kasten und die gefürchtete Bindetechnik hab ich dank der einfachen Anleitung schon mehrmals mit Erfolg gewickelt. Xandi borgte mir dafür seine Puppe Pauli und Maxi überwachte jeden einzelnen (Binde-) Schritt. Teamwork!

Zum Thema Design: Tragetücher in bunten Regenbogen- und Reggae Farben werden wohl immer irgendwo zu finden sein, wer es allerdings – wie ich – etwas schlichter mag, findet bei Oh Spatz eine wunderschöne Auswahl an modernen einfarbigen Tüchern, die nicht nur dabei helfen den neuen Alltag mit Baby zu meistern, sondern auch für uns Mamas ein richtig hübsches und modisches Accessoire sind. Das kleine Münchner Unternehmen steht außerdem für höchste Qualität denn für die Herstellung wird ausschließlich Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet und die Tücher anschließend in liebevoller Handarbeit gefertigt.

Ich freue mich schon sehr darauf, euch in einigen Wochen mehr aus der Praxis erzählen zu können. Bis dahin versuch ich mich beim Trockentraining mit Xandi’s Puppe und kann es garnicht mehr erwarten, mein kleines drittes Wunder in den Armen zu halten/zu tragen. 

Bis bald, eure Sophie

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Oh Spatz