Ganz ehrlich? Ich bin es ja gewöhnt, dass die ruhigste Zeit im Jahr bei uns auch mal die lauteste und stressigste werden kann. Wir feiern hier nämlich nicht nur, dass der Nikolaus und das Christkind vorbeischauen und den Start in ein neues Jahr, sondern auch Maxi’s, Oma 1’s, Oma 2’s, Opa’s und Urlioma 1’s und Urlioma 2’s Geburtstag. Ist euch schwindelig? Mir auch!
Dieses Jahr fühlte sich unser Dezember ungewöhnlich ruhig an. Auf der einen Seite eine echt willkommene Abwechslung zum ultimativen Partymonat, auf der anderen Seite eine ungewohnte Stille, verbunden mit großen Sorgen und schlaflosen Nächten.

Einige von euch haben über meinen Instagram Account vielleicht mitbekommen, dass Maxi Ende November eine Mandeloperation hatte. Eigentlich keine große Sache – ja klar – eine Operation halt. Dennoch ging ich (vielleicht auch berufsbedingt) ziemlich locker an die Sache ran und machte mir keine allzu großen Gedanken. Zwölf Tage nach dem komplikationslosen Eingriff, einen Tag vor Kindergartenstart mit großer Geburtstagssause und dreißig bunten Muffins am Start, wurde ich eines Besseren belehrt. Ich hatte selten richtig Angst – in dieser Nacht jedoch erfuhr ich, wie es ist, um sein Kind zu fürchten und ich hoffe inständig, dieses Gefühl niemals wieder und vor allem nicht in dieser Intensität spüren zu müssen. Maxi geht es gut – er ist noch ein bisschen blass, hat manchmal Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und braucht einfach noch ein bisschen, um wieder ganz der alte, quirlige und lustige Sechsjährige zu werden, den wir alle so lieb haben. Ich versuche mich selbst immer wieder daran zu erinnern, ihn nicht zuviel in Watte zu bauschen, um ihn dadurch nicht einzuschüchtern oder ihm ein Gefühl der Verunsicherung zu vermitteln.
Der Versuch, die eigenen Ängste und Sorgen säuberlich aus dem Weg zu räumen, um als Mama und Papa permanent einwandfrei funktionieren zu können, haben uns echt ausgelaugt.

Wir atmen jetzt mal durch, denken an all die furchtbaren Dinge, die auf der Welt geschehen – dankbar, dass es uns trotzdem so gut geht – und freuen uns auf ein neues, ruhiges, Action-loses, gesundes Jahr.

Nachtrag: In dem Moment, als ich die letzten Worte dieses Beitrags tippte, es war der 23. Dezember, humpelte mein Mann bei der Türe rein. Man(n) muss ja auch im Dunkeln, einen Tag vor Weihnachten, noch eine Runde Laufen und in ein Loch fallen. Nach einem kleinen Abstecher in das Unfallkrankenhaus, zwei hübschen neuen Begleiterinnen (Hallo Krücken!) und den Diagnosen Kreuzbandriss, Absplitterungen und Zertrümmerungen, schrie ich mal kurz um mich. Nach zwei Gläsern Wein beschloss ich, dass es nun mal so ist und appellierte: 2017, lass uns bitte Freunde sein!

Auf zu neuen Abenteuern …

Bis bald,

eure Sophie